Nizza ist die Kulturmetropole im Süden Frankreichs. Zahlreiche Museen, das Theatre National mit mehreren Aufführungsälen und unzählige Kunstgalerien machen den Besuch in Nizza zu einem Fest für jeden Kulturliebhaber. Ein Côte d'Azur Urlaub hat auf jeden Fall mehr zu bieten als nur Strand, Meer und Sonnenbaden.
Im Musée Message Biblique Marc Chagall findet man die größte Sammlung von Werken des Malers Marc Chagall. Die moderne Architektur des Museum bietet den perfekten Rahmen für die großformatigen Gemälde des Künstlers. Die Bilder sind Interpretationen aus der Bibel und wurden in den 60ern gemalt. Außerdem gibt es im Museum ein Mosaik der biblischen Figur Elijah, das über einem Pool hängt, und fünf seiner Frau gewidmete, ganz in rot gehaltene Gemälde. Die Bilder stammen aus der privaten Sammlung Chagalls, der das Museum auch selbst entworfen hat. Das Museum liegt im Nobelviertel Cimiez.
Das Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain verfügt über eine umfangreiche Sammlung ausgewählter Gemälde, Installationen und anderer Kunstwerke der Moderne. Zu den ausgestellten Künstlern gehören Yves Klein, Andy Warhol und Willem de Kooning. Der Nizzaer Klein designte auch den imposanten Dachgarten, von dem man auch einen hervorragenden Blick auf die Skyline Nizzas hat. Geht man den Weg hinüber zum Theatre de Nice, bewegt man sich auf einer Promenade, die von kunstvoll gestalteten Skulpturen gesäumt wird.
Das Theatre National de Nice umfasst einen großen Saal für 900 Menschen, ein Amphittheater mit 300 Sitzplätzen und einen Proberaum. Hier werden Theaterstücke aller Art aufgeführt. Das Programm reicht von modernen, wenig bekannten bis zu den größten Stücken. Gelegentlich finden auch Konzerte, Tanzaufführungen und Festivals statt. Genau wie das Musée d'Art Moderne et d'Art Contemporain bedient sich die Architektur des Gebäudes gleichwohl bei römischen und modernen Motiven.
L'Opéra de Nice wurde nach italienischem Vorbild gebaut. Jedes Jahr werden hier über 20 Stücke aufgeführt, darunter weltberühmte Opern und bekannte klassische Symphonien. Die Konzerte sind in der Regle günstiger; man hat auch weniger Schwierigkeiten eine Karte für das äußerst beliebte Opernhaus zu bekommen. Der Salon Royale mit dem eine Tonne schweren, kristallenen Kronleuchter scheint aus einem Märchen zu stammen und die aufgeführten Stücke sind meist von exorbitanter Qualität. Selbst wenn man nur ein geringes Interesse an klassischen Aufführungen hat, sollte man einmal die Oper von Nizza besucht haben.
Das Musée Matisse beherbergt die Privatsammlung des 1754 verstorbenen Künstlers Henri Matisse, der die letzten 37 Jahre seines Lebens in Nizza verbracht. Das Gebäude, eine italienische Villa aus dem 17.Jahrhundert, liegt im Park von Nizzas Vorort Cimiez. Fast 600 Zeichnungen, Skulpturen, Gemälde und Grafiken von Henri Matisse finden sich in dem weitläufigen Gebäude, darunter Entwürfe für die Rosenkranzkapelle in Vence, ein Portrait seiner Frau und die Nus Vusde Dos, vier abstrakte Bronzeimitationen weiblicher Rücken.
Im Centre Cinématographique, dem Filmzentrum von Nizza, findet man eine umfangreiche Sammlung an audiovisuellen Medien zu Wirtschaft, Kunst, Kultur, Geschichte und Politik. Daneben werden hier werdende Journalisten ausgebildet und der Wechsel von der Theorie zur Praxis vermittelt.
Museum of Natural History
Musée Massena
Naval Museum
Musée International d'Art Naif Anatole Jakovsky
Musée des Beaux Arts
Galerie des Ponchettes.
Die ersten historisch belegten Informationen über Nizza stammen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., als die Phokäer aus der Gegend um Marseille die Ligurer vertrieben und die Stadt Nikaïa gründeten. Der Name ist an die griechische Siegesgöttin Nike angelehnt und bedeutet so viel wie siegreich. 154 v. Chr. bauten die Römer dann eine zweite Stadt im Stadtgebiet des heutigen Nizzas, Cemenelum. Die Ruinen im Stadtteil Cimiez lassen eine Stadt mit 15.000 bis 20.000 Einwohnern vermuten. Cemenelum wurde im 5. Jahrhundert aufgegeben
508 wurde die heutige Provence von den Ostgoten erobert, 30 Jahre später dann von den Franken. Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt mehrfach von sarazenischen Seeräubern geplündert. Erst 1295 wurde mit dem Bau eines Marinestützpunktes in Villefranche nahe Nizza ernste Mittel gegen die Piraterie ergriffen. Im 12. Jahrhundert wurde ein Stadtrat gewählt und eine Stadtverfassung verabschiedet.
In der Folgezeit war Nizza hart umkämpft und konkurrierte mit dem nahen Genua um die Beherrschung der Region zu Wasser und zu Land. Kurzzeitig konnte Genua sogar die Oberhoheit über Nizza erlangen. Doch nachdem Nizza lange Zeit Teil des aragonesischen Reiches gewesen war, wurde es 1388 Teil der Grafschaft Savoyen.
Im Jahr 1543 wurde Nizza ein weiteres Mal von Sarazenen geplündert, die Zitadelle konnte jedoch gehalten werden. Die Stadt wurde auf Grund ihrer strategischen Lage hart von Spaniern und Franzosen umkämpft. 1691 gelang es Ludwig XIV. von Frankreich, die Stadt zu erobern, doch fiel die Stadt noch zweimal an das Herzogtum Savoyen.
1860 wurde Savoyen und Nizza an Frankreich angegliedert. Nizza wurde zum beliebten Urlaubsziel für britische Adlige und auch den Zar von Russland. 1910 überwinterten hier 150.000 Ausländer. Im Zuge der Industrialisierung siedelten sich viele Italiener in Nizza an. Der Anteil der britischen Bevölkerung ging im 20. Jahrhundert immer mehr zurück, während die Stadt immer mehr Einwanderer aus den französischen Kolonien in Nordafrika anzog.
Heute ist Nizza mit 350.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Frankreichs und insbesondere für den Tourismus und die Hightechindustrie
bedeutend.